In der Diskussion stand das Dresdner Elbtal wegen des Baus der vierspurigen Waldschlösschen-Brücke ja schon lange. Seit 25. Juni ist es nun offiziell: Die UNESCO hat das Elbtal von der Liste des Welterbes gestrichen. Die geplante Elbüberquerung wird als gravierender Eingriff bewertet, die den außergewöhnlichen universellen Wert des Welterbes gefährde. Trotz Mahnungen des Welterbekomitees wurde 2007 mit dem Bau begonnen. Wirklich Überraschend kam die Meldung deswegen nicht…
Dresden ist damit erst die zweite Stätte, die von der Welterbeliste gestrichen wurde. Vor zwei Jahren wurde dem Wildschutzgebiet der arabischen Oryx-Antilope der Titel ab erkannt, da der Oman die Fläche um ca. 90 Prozent reduziert hatte, um ungehindert Öl fördern zu können.
Im Jahre 2004 erhielt Dresden den Titel und stand seit 2006 auf der „Liste des gefährdeten Welterbes“. Von Schloss Pillnitz im Südosten bis Schloss Übigau im Nordwesten erstreckt sich im Elbtal über 18 Kilometer eine einzigartige Kulturlandschaft. Zum Bereich der Welterbestätte gehörten Weinberge, Elbwiesen und –auen, Wasserburgen, Schlösser und Parks ebenso wie das Ensemble der Barock geprägten Dresdner Altstadt. Welche historische Wurzeln die sächsische Kulturlandschaft mit seinen faszinierenden Bauten (wie z. B. der wiedererrichteten Frauenkirche) hat, lässt sich gut im Band „Europa III: Deutschland, Österreich, Schweiz“ der Edition „Das Erbe der Welt – Unter dem Schutz der UNESCO“ nachlesen. Die 24-bändige Edition stellt erstmalig alle Welterbestätten in Bildern vor. Dem Dresdner Elbtal wurden beispielsweise insgesamt 12 Seiten gewidmet. In Deutschland sind daneben weitere 32 Stätten auf der UNESCO-Liste vertreten. Welche dies sind, beschreibt die Edition in einer guten Mischung aus beeindruckenden Bildern und informativen, kurzen Beschreibungen.
Brand-neu auf die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen wurde das mitteleuropäische Wattenmeer. Dieses ist die erste deutsche Naturlandschaft, die auf die UNESCO-Liste gesetzt wird. Außerdem erhielten u. a. die italienischen Dolomiten, der Mount Wutai in China oder die historische Stätte Cidade Velha in der westafrikanischen Inselrepublik Kap Verde die begehrte Auszeichnung. Insgesamt lagen dem Uno-Gremium 27 Anträge aus allen Teilen der Welt vor, welche sich um die Neuaufnahme auf die Welterbe-Liste beworben haben. Das Treffen in Sevilla wird am 30. Juni zu Ende gehen. Bis dahin kann man noch gespannt sein, wer darüber hinaus das Rennen macht…
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